Die Legende von der Pfingstrose

Blüte einer Sorte der Echten Pfingstrose, die auch Bauernpfingstrose genannt wird. Foto: wikipedia/Kurt Stüber
Blüte einer Sorte der Echten Pfingstrose, die auch Bauernpfingstrose genannt wird. Foto: wikipedia/Kurt Stüber

An Pfingsten blühen viele bunte Blumen – auch im Garten von Lauras Oma. Laura und Lukas besuchen sie heute. „Die Rosensträucher in deinem Garten sind aber schön!“, ruft Laura. „Es sind Pfingstrosen“, erklärt Oma. „Über diese Blume gibt es eine alte Legende.“ „Bitte, erzähle sie uns“, bettelt Laura. Ihre Oma lässt sich nicht lange bitten und beginnt zu erzählen:

Vor langer Zeit, als Jesus mit seinen Jüngern durch Galiläa zog, wohnte in einer Stadt eine Frau. Sie hieß Ruth und hatte schon viel von Jesus gehört. Ihr größter Wunsch war, ihn einmal kennen zu lernen. Überall fragte sie nach Jesus und seinen Jüngern: Ob sie jemand gesehen hätte oder ob jemand wüsste, wo sie sich gerade aufhielten.

Es dauerte nicht lange, da sprach es sich herum wie ein Lauffeuer: „Jesus kommt in unsere Stadt!“ Ruth war überglücklich. Sie ging vor die Tore der Stadt, um dort auf Jesus zu warten. Nach einiger Zeit sah sie am Horizont eine Gruppe Männer. Ruth lief ihnen entgegen und fragte: „Ist Jesus bei euch?“ Da trat ein Mann aus der Gruppe heraus und sagte: „Ich bin Jesus.“ Ruth fiel vor ihm nieder. Doch Jesus reichte ihr die Hand und half ihr aufzustehen. Gemeinsam wanderten sie zur Stadt.

Als Jesus und seine Jünger sich dem Tempel näherten, waren dort schon viele Menschen versammelt. Sie freuten sich wie Ruth, Jesus endlich zu sehen. Denn sie hatten gehört, dass er schon in vielen Städten und Dörfern war und wunderbare Geschichten von Gott erzählt hatte. Jesus lehrte drei Tage lang im Tempel. Ruth wich die ganze Zeit nicht von seiner Seite. Am liebsten wäre sie mit ihm weiter gezogen. Doch sie konnte ihre Familie nicht im Stich lassen.

Nach einiger Zeit kam einer der Jünger wieder in die Stadt. Ruth erkannte ihn sofort. Der Jünger weinte, als Ruth ihn nach Jesus fragte, und antwortete: „Jesus wurde verurteilt und am Kreuz hingerichtet. Nun haben wir unsere Hoffnung verloren.“

Voller Trauer lief Ruth in ihren Rosengarten und weinte. Da erklang plötzlich wunderschöne leise Musik. Ruth war wie verzaubert und plötzlich nicht mehr so traurig wie vorher. Einige Wochen später kam der Jünger wieder in die Stadt. Freudestrahlend erzählte er Ruth von Jesu Auferstehung und Himmelfahrt und vom ersten Pfingstfest. „Stell dir vor, 3000 Menschen haben sich taufen lassen. Wir alle wissen nun, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Und wir glauben, dass wir nach unserem Tod das ewige Leben bei Gott haben werden.“

Als der Jünger gegangen war, lief Ruth voller Freude in ihren Rosengarten. Es war wie ein Wunder. Ihre Sträucher waren über und über mit Rosen bedeckt. Doch sie hatten keine Dornen. Ruth dachte: „Gott hat das Leid in Freude verwandelt. Deshalb tragen diese Rosen keine Dornen mehr.“ Sie pflückte eine Rose ab, lief damit zu ihren Nachbarn und rief: „Schaut dieses Wunder an! Nur Gott kann die Dornen von den Rosensträuchern fortnehmen. Und es ist Gott, der seinen Sohn von den Toten auferweckt hat und der uns nach unserem Tod das ewige Leben schenken wird!“

 

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