Danke sagen - ein Thema im Spiel- und Lernhaus in Landau

Was wir Erwachsenen uns vorher so dachten.

Die meisten von uns wurden dazu erzogen, „bitte" und „danke" zu sagen. Wie oft haben wir es als Kind gehört und sicher sagen es viele Eltern hin und wieder zu ihrem Kind: „Wie sagt man, wenn man etwas bekommt?".

Manchmal mit Widerwillen, manchmal freiwillig kam dann das Zauberwörtchen über unsere Lippen. Als Kind waren wir meistens darauf angewiesen, dass wir unsere Wünsche von anderen erfüllt bekamen und hatten deshalb viel Gelegenheit das Zauberwort zu üben. Als Erwachsene können wir uns die meisten Wünsche uns selbst erfüllen. Und doch sind wir manchmal auf die Hilfe und Unterstützung unseres Partners, von Freunden, Kollegen, Nachbarn, usw. angewiesen. Nicht nur tatkräftige Hilfe, wie zuletzt bei der Arbeit in unserem Außengelände, sondern auch Zuneigung, einen Rat oder finanzielleUnterstützung wünschen und bekommen wir manchmal von anderen.

Durch ein Dankeschön können wir den Einsatz der anderen für uns anerkennen.

Manchen Menschen fällt es schwer, danke zu sagen.

Wahrscheinlich haben Sie auch schon einmal erlebt, dass es Menschen gibt, denen das Wörtchen „Danke“ nicht über die Lippen kam, obwohl Sie sehr viel für diese getan haben.

Hier gibt es unterschiedliche Gründe – beispielsweise:

  • Sie haben nicht gelernt, dass man die Bemühungen anderer honoriert.
  • Sie betrachten die Unterstützung anderer als selbstverständlich.
  • Sie glauben, ein Recht darauf zu haben, dass andere etwas für sie tun.
  • Sie sind gedankenlos oder auf etwas anderes konzentriert.
  • Sie denken nicht darüber nach, wie andere sich fühlen und was sie brauchen.
  • Sie haben Angst, damit zu zeigen, dass sie die Hilfe der anderen benötigen.

Es ist schön und es tut gut, wenn sich jemand bei uns bedankt. Auch wenn wir uns bedanken, hat das positive Auswirkungen:

  • Wir empfinden Freude darüber, dass andere uns gut behandeln.
  • Andere Menschen sind gerne mit uns zusammen sie fühlen sich von uns geschätzt.

Danke als reine Höflichkeitsfloskel hat diese Wirkung selten, das können wir oft im Geschäftsleben beobachten. Wollen wir uns mal die Zeit nehmen uns bewusst bei jemanden bedanken? Vielleicht können wir dann auch die Erfahrung machen, dass „Danke“ zu den Zauberwörtern gehört.

Nach dieser „kurzen“ Erwachsenenbetrachtung wollten wir in den nächsten Wochen mit den Kindern zu ergründen versuchen, was uns dankbar macht und wie wir danken können. Hier nahmen wir unter anderem auch die biblische Geschichte vom dankbaren Samariter, den Jesus mit neun anderen vom Aussatz geheilt hatte, zu Hilfe.

Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. Als er in ein Dorf ging, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in gehörigem Abstand stehen und riefen laut: „Jesus! Herr! Hab Erbarmen mit uns!“

Jesus sah sie und befahl ihnen: „Geht zu den Priestern und lasst euch eure Heilung bestätigen!“ Und als sie unterwegs waren, wurden sie tatsächlich gesund. Einer aus der Gruppe kam zurück, als er es merkte. Laut pries er Gott, warf sich vor Jesus nieder, das Gesicht zur Erde, und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jesus sagte: „Sind nicht alle zehn gesund geworden? Wo sind dann die anderen neun? Ist keiner zurückgekommen, um Gott die Ehre zu erweisen, nur dieser Fremde hier?“ Dann sagte er zu dem Mann: „Steh auf und geh nach Hause, dein Vertrauen hat dich gerettet.“

Was die Kinder daraus gemacht haben.

Wir führten Gespräche zum Thema:

Was glaubt ihr weshalb die anderen sich nicht bei Jesus bedankt haben?

Antworten und Überlegungen der Kinder:

  • Sie haben es vergessen …
  • Sie sind wieder krank geworden …
  • Sie hatten noch etwas anderes zu tun- z. B. Einkaufen …
  • Sie hatten zu viel Stress …
  • Sie haben sich nicht getraut …
  • Sie haben keine Zeit gehabt …
  • Sie wollten Jesus nicht stören …

Habt ihr schon mal für jemanden etwas getan ohne dass sich der- oder diejenige bedankt hat?

  • ja, ganz oft, zum Beispiel Erwachsenen die Tür aufgehalten
  • jemandem was von meinem Frühstück abgeben
  • den Tisch gedeckt
  • jemanden getröstet

Wie habt ihr euch dabei gefühlt?

  • Ich habe mich geärgert, war sauer.
  • Ich war traurig.
  • Ich war enttäuscht.

Hat für euch schon jemand was getan und ihr habt euch nicht bedankt?

  • wenn meine Mama für mich kocht
  • als mich mein Papa mal getröstet hat
  • wenn mein Bruder mit mir spielt

… und warum nicht?

  • Eltern müssen für ihre Kinder kochen!
  • Oder die Kinder trösten!
  • Mein Bruder muss mit mir spielen.

Glaubt ihr, dass es den anderen auch so geht wie euch, wenn ihr euch nicht bedankt?

  • Ja, eigentlich schon, die sind dann auch traurig oder enttäuscht.

Wie kann man sich bei jemand bedanken?

  • Man kann „danke“ sagen …
  • oder danke, dass du für mich kochst.
  • Man kann auch ein schönes Bild malen …
  • oder ein Geschenk geben.
  • Man kann jemanden in den Arm nehmen und lieb drücken.
  • Man kann vielleicht auch ein Lied vorsingen.

Wir sangen Lieder, die sich dem Danken widmen:

  • „Gott dafür will ich Dir danke sagen“
  • „Danke für diesen guten Morgen“

Wir probierten aus, wie bedanken und nicht bedanken wirkt:

Ein Kind durfte sich von den anderen „Danke“ sagen lassen:

  • Danke, dass du mit mir spielst.
  • Es ist schön, dass du meine Freundin bist.
  • Ich habe mich gefreut, dass du mir von deinem Apfel abgegeben hast.
  • Es war toll, dass du mir geholfen hast.

(den meisten Kindern ist etwas eingefallen)

Danach erzählte das Kind, wie es ihm ging. Aber eigentlich brauchte es gar nicht viel zu erzählen, denn das Strahlen des Gesichtes war überwältigend.

Wir besuchten die Kirche und sangen dort unsere Lieder und spielten die Geschichte von Jesus und dem, der sich als einziger bedankt hat.

Dann überlegten wir wofür wir Gott danken möchten:

  • für die Sonne, aber auch für den Regen
  • für das Essen und die Kleider
  • weil meine Mama so gut vorlesen kann
  • für die Erzieherinnen, weil wir von ihnen so viel lernen
  • für die Freunde, die mit uns spielen
  • für die Eltern, die so viel für uns arbeiten
  • dass Gott hilft, dass wir gesund werden
  • dass wir zusammen singen können

So danken die Kinder im Spiel- und Lernhaus in Landau:

Lieber Gott,
wir danken Dir für diese Erde
auf der wir leben und atmen.
Von dieser Erde kommt unsere Nahrung
und zugleich ist sie unsere Heimat.
Wir teilen sie mit unzähligen anderen Menschen,
mit Tieren und Pflanzen.
Lass uns nicht vergessen,
dass Du sie uns geschenkt hast.
Amen 

 

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