Erzählen mit den Geschichtensäckchen: Zachäus (Lukas 19)

Benötigte Materialien:

Ein Stoffsäckchen
Personen: verschiedene Figuren (Menschen)
Zachäus (Figur mit feinen Kleider ausgestattet)
Jesus
Ort: Mauer mit Stadttor
Tuch für Strasse
Geld
Baum
Haus mit Möbel

Geschichte:

In Jericho lebte Zachäus. Er war ein kleiner und reicher Mann. Er saß am Stadttor und verlangte von jedem der in die Stadt wollte Geld. Einen Teil des Geldes behielt er für sich. Das ärgerte die Leute.

Plötzlich hörte er lautes Rufen. „Jesus ist hier!“

Zachäus wollte Jesus sehen. Aber er war zu klein und die Menschen ließen ihn nicht nach vorne. Schnell kletterte er auf einen Baum und setzte sich auf den Ast. Jesus kam und sah Zachäus auf dem Baum.

Jesus rief: „Zachäus komm herunter, ich möchte mit dir in dein Haus.“ Zachäus sprang vom Baum und ging mit Jesus in sein Haus.

Die anderen Menschen schimpften: „Wieso geht Jesus zu Zachäus. Der ist doch böse. Er nimmt uns doch immer zuviel Geld ab.“

Zachäus freute sich sehr, dass Jesus zu ihm in sein Haus kommt.

Er sagte zu Jesus: “Es tut mir leid, dass ich den Menschen zuviel weggenommen habe. Ich gebe ihnen wieder alles zurück.“

Jesus merkte, dass Zachäus es ehrlich meinte und sagte: „Ich bin gekommen um den Menschen zu helfen, die zu anderen Menschen böse waren.“

Kerngedanke: Jesus geht auf die Menschen zu, die von anderen abgelehnt werden und die Unrecht getan haben. Das ist Gnade – Gott nimmt jeden an, so wie er ist. Er stellt keine Bedingungen!

Erzählen mit den Geschichtensäckchen

Sonja Heim-Köhr, Spiel- und Lernstube Landau

Geschichtensäckchen sind eine Methode des bildhaften Erzählens und dienen dem gezielten pädagogischen Einsatz.

Das Wort „Geschichtensäckchen“ leitet sich von dem schwedischen Wort „Sagopâsen“ ab, was so viel wie „Märchentüte“ bedeutet.“ (Antje Bostelmann aus dem Buch „Geschichtensäckchen“.) In der Regel werden kleine Geschichten, Lieder oder Reime aus dem Alltag der Kinder mit entsprechenden Gegenständen nachgespielt bzw. dargestellt und zugleich erzählt. Durch darstellendes Spiel wird das Erzählen und somit der Spracherwerb unterstützt.

Auch bei jüngeren Kindern, wenn noch kein Sprachverständnis sichtbar ist, ist es wichtig mit den Kindern in vollständigen Sätzen zu sprechen. Die Erzählungen aus dem Säckchen werden dabei nicht verändert und immer wieder erzählt. Als Hilfe kann man sich den Text in das Säckchen legen. In einer sicheren Umgebung sind Kinder besonders wissbegierig und lernen ausgesprochen intensiv und schnell durch Wiederholung und Nachahmung. In den Geschichten wird der ganze Körper aktiv und sie zeigen positive Emotionen, die sie jederzeit, immer wieder gerne wiederholen. Nach und nach können unterschiedliche Geschichten in verschiedenen farbigen Säckchen(zur besseren Unterscheidung) zusammenkommen und die Kinder können sich mit der Zeit ihre Lieblingsgeschichten auswählen und diese selbstständig nachspielen.

Wenn wir auf diese Art und Weise Geschichten erzählen, ist es häufig möglich in einer Gruppe die Aufmerksamkeit der Kinder länger zu fesseln. Während es bei den jüngeren Kindern sinnvoll ist mit kleineren Reimen, Liedern zu beginnen, ist es für die Älteren interessant sich mit längeren Geschichten zu beschäftigen, die man dann in der Regel auch frei erzählen kann um im intensiveren Austausch mit der Gruppe zu sein, auch wenn das im Buch nicht so vorgesehen ist.

Ich habe aus einfarbigem Stoff verschiedene Säckchen genäht, die ich je nach Geschichte mit Gegenständen befülle, die ich leicht in der Einrichtung finde oder mit den Kindern herstellen kann.

Bei den kleineren Kindern spiele ich verschiedene Reime und Lieder, die auch als Spiellieder und Fingerspiele bekannt sind oder kleine Geschichten. Bei den Größeren kommen ganze Geschichten zum Einsatz, die zu den entsprechenden Gruppenthemen passen.

Der Ablauf ist in der Regel ähnlich:

Wir sitzen im Stuhlkreis oder auf Sitzkissen auf dem Boden. Die Anzahl der Kinder ist abhängig vom Thema, Alter und Interesse.

Die Geschichte wird mit einem Zeichen eingeleitet (Klangschale, Triangel oder ähnliches oder einem passenden Lied mit der Gitarre). Dann öffne ich das Säckchen und beginne zu erzählen. Manchmal hole ich alle Gegenstände zu Beginn aus dem Säckchen und stelle diese vor, manchmal nach und nach. Nach dem Ende der Geschichte können die Kinder damit selbstständig spielen. Dazu werden die Figuren für den Rest des Tages an einem bestimmten Platz aufgebaut. Am Ende des Tages wird die Geschichte im Säckchen verpackt. Die Kinder wissen, dass sie auch in den darauffolgenden Tagen je nach Bedarf die Geschichte erzählt bekommen oder selbstständig damit spielen dürfen.

Eine besonders schöne Erfahrung war, dass zwei Kinder, die noch wenig deutsch sprechen die Geschichte von Frederik in einem Moment, an dem sie sich unbeobachtet fühlten, einem Kind vorspielten, das in den Tagen krank war, als ich die Geschichte erzählte.

 

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