Den Umgang mit Stoff und der Nähmaschine lernen

Kirchengemeinde Bexbach gründet vor drei Jahren die Gruppe „Nadelspielkinder“ – Für Patienten der Universitätsklinik Homburg gefertigt

Stolz auf ihre beiden Näherinnen: Gruppenbetreuerin Gaby Kullmann mit Emma Schmelzer (links) und Alina Götz (rechts). Foto: Kappler

Ob häkeln, stricken, stopfen oder nähen: Bei diesem Handwerk sind Nadeln im Spiel. Genauer gesagt: Nadeln, die spielen. Doch wer das Spiel „kontrolliert“, muss erst einmal Zugang zu dieser flotten Kunst bekommen und angelernt werden. Das dachten sich vor fast drei Jahren auch Gaby Kullmann, Irene Roth und Gaby Spengler, als sie – unterstützt von der Schneidermeisterin Birgit Beisecker-Knerr – in der Kirchengemeinde Bexbach die Gruppe „Nadelspielkinder“ als Teil der Jugendarbeit auf den Weg brachten.

Sie wollten als begeisterte Hobbynäherinnen und Bastlerinnen ihre Fähigkeiten und Erfahrungen weitergeben. Halb Kurs, halb pures Freizeitvergnügen sind seither die regelmäßigen Treffen am Mittwochnachmittag im Keller des Gemeindehauses, wo die erfahrenen Damen Kindern und Jugendlichen ab neun Jahren den Umgang mit Nadel und Zwirn, Stoff und Schere, Nähmaschine und Bügeleisen beibringen, und wo alle viel Spaß haben und fröhliche Gemeinschaft erleben. Diesem positiven Lebensgefühl haben die „Nadelspielkinder“ ein Motto unterlegt: „Miteinander tun macht Mut! Zusammen etwas tun macht groß! Gemeinsamkeit macht stark! Gutes tun macht zufrieden! Helfen macht glücklich!“

Deshalb verlassen die „Nadelspielkinder“ regelmäßig auch ihr Domizil, um draußen in der Umgebung Gutes zu tun. Das hatte schon 2015 begonnen, nachdem der erste Kurs der „Nadelspielkinder“ bereits in der Lage war, eigene Kleider für sich zu nähen. Kinder aus dem Kurs und begeisterte Erwachsene taten sich zusammen, um „Liebhaberchen“ zu fertigen. „Das sind bunte Herzkissen, Monster, Gespenster, Nackenhörnchen, normale Kissen – einfach flauschige Kleinigkeiten zum Festhalten, wenn es vielleicht mal kein guter Tag ist“, erzählt Gaby Kullmann. Aus dem Projekt „Kinder nähen für kranke Kinder“ gingen über 250 solcher „Liebhaberchen“ hervor, die die „Nadelspielkinder“ der „Elterninitiative krebskranker Kinder“ schenkten – für deren Wohneinheit und die Kinderkrebsstation am Universitätsklinikum Homburg.

Für das Material sorgten viele Gönner. Das war auch bei den folgenden „Sozialprojekten“ der Fall. „Uns geht es darum, dass wir das Gelernte anderen zugutekommen lassen. Und diese einfache Idee hat viele Menschen begeistert. So bekommen wir Stoffe, Scheren und sogar Nähmaschinen geschenkt und setzen das bei Vor-Ort-Aktionen ein, wobei wir von vielen Freiwilligen unterstützt werden“, freut sich Kullmann. Bei solchen Aktionen, fügt sie lächelnd hinzu, steige das Durchschnittsalter der „Nadelspielkinder“ gut und gerne auch mal von zehn auf 50 Jahre an. In der Frauenklinik des Universitätsklinikums haben die „Nadelspielkinder“ etwa bunte Taschen zum Kaschieren von Drainageflaschen nach Operationen der Patientinnen genäht, was bei den Frauen, der Klinikdirektion und dem Personal überaus gut ankam. Getragen von dieser Anerkennung und Begeisterung nähten Kinder und Erwachsene im letzten Oktober wieder in der Klinik Sterne, Decken und Pucksäckchen in allen erdenklichen Farben für die Frühchen und die Eltern von Sternenkindern. Die „Nadelspielkinder“ sind aber nicht nur auf Einzelaktionen in Sozialprojekten fixiert, es gibt auch regelmäßige Angebote. So machen sich die erwachsenen „Nadelspielkinder“ alle zwei Wochen auf den Weg ins Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt in Bexbach, um dort mit den Bewohnern Kleider zu flicken und Knöpfe anzunähen. Ergänzend dazu wurde für die männlichen Bewohner die „Werkelstatt“ etabliert, wo kleinere Reparaturarbeiten bewerkstelligt werden.

Aktuell suchen die „Nadelspielkinder“ eine nette Person, die einmal monatlich eine Strick- und Häkelgruppe betreut. Gestrickt und gehäkelt werden sollen unter anderem „Festhalte-Püppchen“ als emotionale Erstversorger für verletzte Kinder in Rettungsfahrzeugen. Informationen gibt Gaby Kullmann unter Telefon 06826/9338994. kap

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