Malereien auf Predella und Grafenempore restauriert

Christiane Böke und Philipp Gräßle frischen Bilder in Kirche St. Jakob in Höningen auf – Für Kosten von 7000 Euro noch Spender gesucht

Beim Auffrischen der Malereien auf der Holzempore in der Kirche in Höningen: Restauratorin Christiane Böke. Foto: Schifferstein

Die protestantische Kirche St. Jakob in Höningen bei Altleiningen hat dieser Tage Besuch von zwei Restauratoren bekommen. Christiane Böke und Philipp Gräßle haben in der Kirche aus dem 12. Jahrhundert die wertvollen Bemalungen auf Holz an der Grafenempore und auf dem Altaraufsatz restauriert.

Die Predella, der niedrige Aufsatz auf dem romanischen Altar, stammt aus der Zeit vor der Reformation. Sie zeigt die Köpfe und Oberkörper von Jesus Christus und den zwölf Aposteln. Wie Clemens Jöckle in dem Buch „Baukunst in der Evangelischen Kirche der Pfalz“ schreibt, ist sie vermutlich um 1490 in Worms als Unterteil eines bemalten Flügelaltars geschaffen worden. Die Farbe der Brustbilder war an ­mehreren Stellen abgeblättert, häufig schimmerte sogar die weiße Grundierung durch. Böke, die ihre Werkstatt in Eppingen im Kreis Heilbronn hat, erklärte, wie die Restauratoren die Bilder der Köpfe wieder auffrischen. „Im ersten Schritt wird die Malschicht gefestigt und gereinigt, danach werden die Verluste gekittet, anschließend die Fehlstellen retuschiert.

In dem Kirchengebäude sei zu erkennen, dass in verschiedenen Zeiten von verschiedenen Malern gearbeitet worden sei, sagte Böke. Die Malerei an der Empore beispielsweise stamme aus dem Barock, die Predella hingegen stamme bereits aus der Spätgotik.

Die Grafenempore an der Nordseite hat eine Balusterbrüstung, der eine bemalte Holzverkleidung vorgesetzt ist. „In der Mitte halten zwei Engel den Schild mit dem Hochzeitswappen des Grafen Georg II. zu Neuleiningen und seiner dritten Gemahlin Margarethe, geborene Gräfin von Danesjkold, Gyldenlöw und Larwig aus Dänemark“, schreibt Clemens Jöckle. Über der gemalten Brüstung sei ein Aufsatz aus ausgeschnittenen Laubwerkranken angebracht. „Unter der Nordseitenempore befindet sich ein einreihiges durchlaufendes Kastengestühl“, beschreibt er den Teil der Inneneinrichtung.

Über diesen Unterbau der Empore sei vieles werktechnisch unklar, befanden die beiden Restauratoren. Beispielsweise die Trennungen im Wappen der Leininger Grafen, das ebenfalls gefestigt und retuschiert wurde. Verschiedene Hölzer und Schnitte geben den Experten Rätsel auf.

Das Grafenwappen der Leininger und Acanthus-Ranken seien offenbar eigens von einem beauftragten Kunstmaler geschaffen worden, vermutet Böke. Doch die Bauernmalereien an der Empore und die auf den Brettern vor der Presbyterbank könnten wegen ihrer eher einfachen Gestaltung von einem Maler aus der Region stammen. „Beim Bearbeiten ist uns zudem aufgefallen, dass die rechte Seite farblich sehr stark von der linken abweicht. Die rechte Seite ist plastischer, die Erhöhungen sind mit weißer Farbe herausgearbeitet, das fehlt links“, sagte die Restauratorin.

In den Wochen vor der Restaurierung der Malereien wurde die Heizung im Kirchenraum saniert. 9000 Euro wurden für ihre Verbesserung investiert, rund 7000 Euro waren für die Restaurierung zu zahlen. Beides trägt die kleine Kirchengemeinde mit ihren 115 Mitgliedern aus eigener Tasche. Zuschüsse gebe es für die Projekte nicht, informierte Pfarrer Rüdiger Schellhaas-Eberle, daher werde jede Spende gern angenommen. Dass der Pfarrer das Gerüst, mit dem die Fachleute die Arbeitsflächen erreichen konnten, selber bereitstellen konnte, reduziert die Kosten ein wenig – denn es gehört der Schwiegermutter des Theologen.

Spenden werden auf folgende Kontoverbindung bei der Sparkasse Rhein-Haardt erbeten: Protestantisches Verwaltungsamt Grünstadt, IBAN DE71 5465 1240 0010 0029 39, Stichwort: Jakobskirche Höningen. jös

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