Die Union aus Sicht von Kurfürst Friedrich

Im Auftrag der Landeskirche schreibt Autor Michael Bauer ein Stück zum Jubiläum im kommenden Jahr

Sehr an Kirchenthemen interessiert: Sprachkünstler Michael Bauer mit seinem neuen Buch vor dem Landauer Luther. Foto: VAN

Friedrich der Weise ist wieder da! 495 Jahre nach seinem Tod irrt und spukt er durch einen Monolog des Pfälzer Autors Michael Bauer, den die pfälzische Landeskirche anlässlich des 200. Jubiläums der pfälzischen Kirchenunion in Auftrag gegeben hat. Friedrich, der Beschützer Luthers und begeisterte Reliquiensammler, erzählt, mal tiefsinnig, mal flapsig, seine Sicht auf die gespaltene Christenheit.

Inszeniert wird Bauers Friedrich-Monolog von Eva Adorjan, Dozentin für Darstellendes Spiel an der Universität Koblenz-Landau und Chefin des Nano-Theaters. In die Rolle des sächsischen Kurfürsten Friedrich schlüpft Stephan Wriecz vom Chawwerusch-Theater. Aufgeführt wird das Stück im kommenden Jahr zum Unionsjubiläum.

Michael Bauer kann der historischen Figur Friedrich einiges abgewinnen. „Ich bewundere ihn regelrecht“, sagt er. Er habe in entscheidenden Momenten eben keinen Krieg angefangen, sondern verhandelt. In der Geschichtsschreibung komme er wohl auch deshalb nur als wenig bedeutender Herrscher vor.

Michael Bauer hat nach eigenen Worten eine große Affinität zu kirchlichen Themen. Und das nicht erst, seit er 1991 mit seinem Gedicht „Do de Dom“ einen veritablen Dichterstreit mit den Traditionalisten pfälzischer Mundart auslöste. Bauer war Messdiener und lernte im katholischen Religionsunterricht Luther als grollenden Kirchenspalter kennen. Dann bewunderte er Luthers Mut und Brillanz. Als politisch Interessierter 68er wäre ihm dann der revolutionäre Müntzer lieber gewesen als der Juden- und Bauernfeind Luther. Inzwischen habe sich sein Lutherbild einigermaßen eingependelt, sagte Bauer bei seiner Prominentenpredigt in der Speyerer Gedächtniskirche.

Obwohl Katholik, sei er sehr an der protestantischen Kirche interessiert, sagt Bauer. Ihn fasziniere vor allem der direkte Zugang der Protestanten zu Gott. Das vertrage sich gut mit seiner Einstellung als meditierender Zen-Schüler, der ja auch einen direkten Zugang zum besseren Selbst suche.

Neben seinem Dom-Gedicht ist der Sprachkünstler Bauer einem größeren Publikum durch seine „Winzlyrik“ und vor allem durch die Figur des „Klääne Pälzer“, kongenial illustriert von dem Zeichner Xaver Mayer, bekannt geworden. In seinem neuesten Buch „Holt die Tauben aus dem Schlag“ versammelt Bauer neben seiner Prominentenpredigt aus diesem Jahr Geschichten, Reden und Verse rund um die Themen Erdenglück und Friedenssehnsucht. Vorgestellt wird das Werk am 4. Oktober, 20 Uhr, im Speyerer Zimmertheater in der Maximilianstraße. Klaus Koch

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