Mal eben zusammen die ganze Welt umarmen

Rund 1000 Teilnehmer beim Festival „Freiträume“ der Evangelischen Jugend Pfalz in Kaiserslautern – Verantwortliche ziehen positives Fazit

Stockbrot braten war nur eine von vielen Aktivitäten beim Jugendfestival „Freiträume“ in Kaiserslautern. Fotos: view

Gemeinsam feiern und über eine gerechte Welt diskutieren: Festivalteilnehmer vor der Bühne an der Stiftskirche.

Ihren Auftritt haben Noah und Manuel vom „ec-project“ hinter sich. Gerade eben sind die beiden Jungen mit der 40-köpfigen Gruppe im Jugendverband „Entschieden für Christus Pfalz“ beim Festival der Evangelischen Jugend Pfalz in Kaiserslautern anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ in Aktion getreten. Nun verteilen sie rote Luftballons mit der Aufschrift „Freiträume“. Das Motto haben Jugendliche in einer Veranstaltung im Vorfeld gewählt. Freiheit ist für sie das wichtigste Thema im Jubiläumsjahr. Die evangelische Jugendarbeit gibt ihnen die Möglichkeit, herauszufinden, wovon sie träumen, wie ihr Leben aussehen soll und wie sie ihren Glauben leben wollen.

Der 14 Jahre alte Manuel aus Gimmeldingen hat sich bereits intensiv mit diesen Themen beschäftigt. „Bevor ich zum Festival gefahren bin, habe ich mich schon gefragt, warum mache ich das, was steckt dahinter?“, erzählt er und gibt sich die Antwort: „Der Glaube macht mich stärker und hilft gegen Angst.“ Das sieht der 15-jährige Noah genauso. „Ich hoffe, dass Gott mir nach der Schule sagt, was ich beruflich machen soll.“ Beide sind begeistert vom Festival und wollen sich zwischen ihren Auftritten überall genau umsehen.

Das Programm rund um die Stifts- und Martinskirche ist auf die Interessen Jugendlicher zugeschnitten. Dazu gehört auch die digitale Welt. So wurde ein Instagram-Account eingerichtet, damit sich alle die Fotos des Festivals im Internet ansehen können. Auch die Selfie-Station der Arbeitsgruppe „Kirchentag im Landesjugendpfarramt“ findet großen Anklang. Im Hof der Stiftskirche gibt es Mitmachaktionen und Spiele, um seine Geschicklichkeit zu testen. Ein großer Globus ist hier zu finden. Einige Mädchen stellen sich drum herum und fassen sich dann an den Händen. Eine tolle Gelegenheit, mal eben die ganze Welt zu umarmen. Am Stand der Jugendzentralen Homburg, Kusel, Pirmasens und Kaiserslautern grillen Teilnehmer Stockbrot. Aus der Stiftskirche duftet es nach Waffeln. Der Erlös geht an ein Hilfsprojekt in Costa Rica.

Immer wieder bleiben Passanten vor den großen Tafeln im Hof der Stiftskirche stehen. „Bevor ich sterbe, möchte ich …“ steht darauf. Jeder kann den Satz für jeden sichtbar ergänzen. Gleich mehrfach ist aber nur ein Wort zu lesen: „Leben!“. Eine weitere Aussage lautet: „noch viel Musik machen können“. Ganz klar, Musik verbindet. So treten gleich mehrere Bands auf, darunter „Shaian“ und später „Warum Lila“. Wer sich wie im Mittelalter fühlen möchte, folgt den Schildern zum Martinsgarten, wo ein ganzes Mittelalterdorf aufgebaut ist. „Meine Thesen für unsere Kirche“ können interessierte Besucher vor der Martinskirche an ein Brett nageln. Das nötige Werkzeug liegt bereit, die passenden Gedanken muss sich jeder selbst machen. „Kirchenasyl sichern“ ist eine der vielen Forderungen. Um die persönlichen Wünsche jedes Einzelnen geht es auch im „demokratischen Wohnzimmer“.

Die Evangelische Jugend Pfalz und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend Speyer demonstrieren mit ihren 95 Projekten zu Friedensthesen und der Aktion Zukunftszeit öffentlichkeitswirksam einen Schulterschluss in Sachen Demokratie. Überhaupt gibt es viel zu sehen und zu erleben. Mehr als 1000 Jugendliche sind zum Festival angereist, rund 100 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter sind im Einsatz. Sie alle repräsentieren die Vielfalt der evangelischen Jugend. Da ist es egal, dass der angekündigte Flashmob wegen anhaltendem Regen ausfällt. Schließlich ist unter Zelten und Dächern Platz.

Heidrun Krauß, geschäftsführende Referentin im Landesjugendpfarramt, lobt im Anschluss die Hilfe der Ehrenamtlichen, ohne welche das Fest gar nicht hätte stattfinden können. Und auch Landesjugendpfarrer Florian Geith zieht ein positives Fazit. Das Fest habe gezeigt, was die Evangelische Jugend ausmache: über aktuelle Themen zu diskutieren und dabei noch Spaß zu haben. Noch bis spät in die Nacht feiern die Jugendlichen bei der „Churchnight“ in der Stiftskirche. Karin Olle

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