Bibelkunst statt Altpapier

Alte Lutherübersetzungen sollen in neuer Form Einheit symbolisieren

An der Bibelrolle: Künstlerin Mielke (rechts) und Pfarrerin Werner. Foto: Iversen

Ein 400 Meter langes Band aus Bibelseiten von der Stiftskirche zur Kleinen Kirche in Kaiserslautern ist das Ziel des Kunstprojekts der Jockgrimer Künstlerin Silvia Mielke. Zusammen mit Mechthild Werner hat sie das Kunstprojekt ins Leben gerufen, um damit das 200. Jubiläum der pfälzischen Kirchenunion zu feiern. „Es geht darum, der Bibel eine neue Form zu geben und sie so aufzubewahren“, erläutert die Künstlerin, während sie in ihrem Atelier Seiten aus alten Lutherbibeln faltet. Dort hat sie bereits ein Dutzend Bibeln verarbeitet und auf Kabeltrommeln aufgewickelt.

Die Papierkünstlerin, die seit 20 Jahren mit Telefonbüchern arbeitet, wagt sich zum ersten Mal an die Heilige Schrift: „Pfarrerin Mechthild Werner hat mich gefragt, ob ich mit Bibeln arbeiten würde“, erzählt Mielke; nach etwas Bedenkzeit habe sie die Hemmschwelle überwunden und sei auf die Idee mit dem „Bibelband“ gekommen. Schließlich seien nicht die Seiten „heilig“, sondern die Texte und Geschichten.„Es geht um die veralteten Gemeinde- und Gebrauchsbibeln, die nach dem Erscheinen der neuen Lutherbibel ins Altpapier gelangen würden“, erläutert Mechthild Werner. Die ausgemusterten Bibeln sollen so zu neuem Leben erweckt werden. Zudem will die Aktion Kirchengemeinden motivieren, kreativ mit der Bibel umzugehen: „Wir laden dazu ein, dass sich alle Gemeinden daran beteiligen und eine Bibel zu einem Band umgestalten“, erklärt Werner.

Die große „Gemeinde-Rolle“ soll zum Unionsjubiläum abgerollt werden und so den historischen Unionszug nachzeichnen. „Das Wort Gottes ist die gemeinsame Grundlage, die uns verbindet“, laute die Botschaft des Kunstprojekts, so Werner. Damit sich möglichst viele Kirchengemeinden beteiligen, will sie ein Anleitungsvideo im Internet bereitstellen, in dem die Künstlerin ihre Technik erklärt. Stm

 

 

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