Bibellese

Sonntag, 19. November, Psalm 63

Halt im Leben

Der Beter weiß, wo er einen Halt findet, wenn es sonst einmal drunter und drüber geht in seinem Leben. Er sucht seinen Halt in Gott. In dem Gott, dem wir nicht egal sind, sondern der an unserem Schicksal Anteil nimmt und uns auf seine Weise hilft. Für diesen festen Glauben ist der Beter schon zu beneiden. Heute sind wir uns manchmal nicht mehr so sicher, ob Gott wirklich Halt gibt in unserem Leben. Wenn es mal drunter und drüber geht, dann scheint Gott so weit weg zu sein mit seiner Hilfe. Dann erfahren wir die Nähe Gottes kaum noch. Doch der Beter ist felsenfest davon überzeugt, dass Gott trotz allem mit seiner Hilfe da ist. Denn auch wenn Gott nicht immer so hilft, wie wir das gerne hätten, zeigt er uns Wege, wie es weitergehen kann. Der Beter erfährt es in seinem Leben, wie das Vertrauen in Gott ihm Halt und Zuversicht gibt, auch wenn damit nicht alle Probleme mit einem Schlag gelöst werden. Der Beter vertraut darauf: Wo Menschen an ihre Grenze kommen, da fängt Gott erst so richtig an. Das gibt ihm Kraft und Zuversicht für sein Leben.

Montag, 20. November, 1. Thessalonicher 1, 1–10

Positiver Anfang

Mich beeindruckt es, wie der Apostel Paulus seine Briefe beginnt. Er fällt nicht gleich mit den Problemen ins Haus, sondern er fängt erst einmal positiv an. Und er hat eine ganz wichtige Gabe: Er kann Danke sagen. Eine Eigenschaft, die ja nicht allen gegeben ist. Paulus dankt den Thessalonichern für ihren Glauben, der bereits auf andere ausgestrahlt hat. Paulus dankt, dass die Thessalonicher sich dem Wort Gottes geöffnet haben. Paulus hat die Gabe, das Gute zu sehen. Diese Gabe müssen wir oft wieder üben und trainieren. Denn das Danken und das Loben können unseren Blick verändern. Beides lenkt unseren Blick weg von dem, was nicht funktioniert, auf das, was gelingt. Außerdem baut es das Gegenüber auf, wenn ich ihm signalisiere: Ich sehe, was du alles machst und was dir gelingt. Bei den Thessalonichern war auch nicht alles in Butter. Aber Paulus kann sehen, dass ihr Glaube lebendig ist, sodass er auf andere strahlt. Paulus kann erkennen, dass Gott gerade durch uns fehlbare Menschen wirkt, auch wenn wir nicht perfekt sind.

Dienstag, 21. November, 1. Thessalonicher 2, 1–12

Ansteckender Glaube

Auf den ersten Blick habe ich mich gefragt, warum erzählt Paulus das? Will er angeben, oder ist seine Autorität angeknackst? Um Angabe geht es ihm sicher nicht, sondern er will den Thessalonichern zeigen, das Glaube ganzen Einsatz erfordert. Paulus war jedenfalls bereit, alles zu geben. Er hat sich ganz und gar für die Sache des Evangeliums eingesetzt. Auch stellt Paulus fest, dass seine Autorität nicht auf irgendwelchen Dogmen oder Machtpositionen beruht, die unabhängig sind von seinem Tun. Er ist nicht Apostel, egal, was er macht. Sondern seine Autorität kommt von Gott, der ihn beauftragt hat. Aber sie kommt auch durch sein Handeln. Dass er eben nicht nur predigt, sondern mit seiner ganzen Person zu diesem Glauben steht, indem er seinen Glauben wirklich lebt. Paulus wird dadurch zum Vorbild für uns, weil er uns vor Augen führt, dass der Glaube nicht nur durch schöne Sonntagsreden in der Welt verbreitet wird. Sondern gerade dadurch, dass wir auch leben, was wir sagen, können wir andere überzeugen. Glaube will gelebt sein, nur so ist er lebendig und ansteckend.

Mittwoch, 22. November, 1. Thessalonicher 2, 13–20

Steht zu eurem Glauben

Das ist mal ein Lob vom Apostel: „Ihr seid unsere Ehre und Freude.“ Die Thessalonicher haben erkannt, dass Gott zu ihnen geredet hat und haben ihm ihre Herzen geöffnet. Und sie haben sich in ihrem Glauben bewährt. Ihr Glaube war wirklich lebendig und hat sie durch ihren Alltag getragen, selbst wenn es schwierig wurde. Auch unser Glaube wird in unserem Alltag geprüft. Und selbst, wenn wir hier in Deutschland keine Verfolgung erleiden müssen, wird doch oft mitleidig auf uns herabgeschaut, wenn wir zu unserem Glauben stehen. Mit deshalb verbannen wir diesen Glauben gerne in das Private. Dadurch ist in unserer Gesellschaft der christliche Glaube immer mehr auf dem Rückzug. Hier ist Mut gefragt, dass wir zu unserem Glauben an Gott stehen, der uns in unserem Leben Halt gibt. Denn nur, wenn wir auch als Christen sichtbar sind, können wir andere Menschen auf den Glauben aufmerksam machen. Es geht dem Apostel nicht darum, andere zu bekämpfen oder sich für erlittenes Ungemach zu rächen, sondern es geht ihm einfach darum, dass wir zu unserem Glauben stehen.

Donnerstag, 23. November, 1. Thessalonicher 3, 1–13

Zusammen sind wir stark

Selbst Paulus, dieser große Mann im Glauben, konnte und wollte nicht allein bleiben, sondern auch er brauchte die Stärkung durch die Gemeinde. Vor allem, wenn es im Leben nicht so läuft, wie man das gerne hätte, dann tut es so gut, zu wissen, man ist nicht vergessen, sondern da denken andere an einen und beten für einen. Paulus weiß sich auch in schweren Zeiten getragen von anderen, und er kann Gott nicht genug danken, dass der Glaube der Thessalonicher sich gerade im Alltag bewährt und dass die Thessalonicher die von Paulus gegründete Gemeinde nicht vergessen. Für unseren Glauben heute ist die Erkenntnis wichtig, dass der Glaube die Gemeinschaft braucht. Denn wir sehen den Glauben oft nur als etwas Privates an, der andere kaum noch etwas angeht. Aber ein Glaube, den ich nur mit mir selbst ausmache, der kann anfällig werden, in schweren Zeiten zu wanken. Achten wir wieder mehr darauf, wie gut uns eine Gemeinschaft von Christen mit ihren Gottesdiensten tut. Hier wird unser Glaube gestärkt und krisenfest gemacht.

Freitag, 24. November, 1. Thessalonicher 4, 1–12

Sichtbarer Glaube

Glaube ist nicht nur etwas für den Gottesdienst, sondern er soll das ganze Leben bestimmen. Im Grunde sagt Paulus: Macht euren Glauben sichtbar. Seid erkennbar. Wenn ihr auf Kosten anderer lebt, wenn ihr euch nicht um euren Nächsten schert, dann wird euer Glaube unsichtbar und wird euch nicht tragen. Beim Glauben geht es auch um die Heiligung. Es geht nicht darum, dass wir wie Heilige werden, das schaffen wir nicht. Heiligung heißt, dass wir heil und ganz werden, dass wir zu uns stehen können. Dass unsere Brüche im Leben geheilt werden und nicht neue entstehen. Wie ein Sportler, der alles seinem Sport unterordnet, so sollen wir auch sein. Aber nicht als Zwang. Ein lebendiger Glaube wird sich auf unser Leben auswirken. Wenn ich Gott vertraue, dass er mich nicht hängen lässt, gibt mir das Kraft, auch andere nicht hängen zu lassen. Wenn ich weiß, dass Gott mich liebt und alles für mich tut, dann kann ich etwas von dieser Liebe weitergeben. Gute Werke schaffen unser Heil nicht, aber Glaube ohne Werke ist tot.

Samstag, 25. November, 1.Thessalonicher 4, 13–18

Gott vergisst niemanden

Eine bange Frage beschäftigte die Thessalonicher: Was geschieht eigentlich mit all denen, die sterben müssen, bevor der Herr wiederkommt? Oder werden gar nur die in das Reich Gottes aufgenommen, die noch auf der Erde leben, wenn Jesus wiederkommt? Die Thessalonicher glauben, dass sie in der Endzeit leben. Dass es sich nur noch um Wochen, Monate oder höchstens um ein paar Jahre handeln kann, bis der Herr wiederkommt und sein Reich endgültig aufrichtet. Doch Gott rechnet in ganz anderen Zeiträumen. Paulus tröstet die Thessalonicher mit der Gewissheit, dass niemand aus Gottes Hand fallen wird. Dass selbst der Tod uns Menschen nicht mehr aus Gottes Hand reißen kann. Und dass es am Ende der Zeiten ganz egal ist, wer lebt und wer schon gestorben ist. Gott vergisst niemanden. Denn so wie Jesus tot war und von Gott auferweckt wurde, so wird er es auch mit uns tun. Jeder, der sich Gott anvertraut und auf ihn hofft, kann sich absolut sicher sein, dass er in Gottes Reich aufgenommen wird. Denn was Gott verspricht, das hält er ganz gewiss. Heiko Schipper

 

Kontakt

Evangelischer Kirchenbote
Beethovenstraße 4
67346 Speyer

Telefon (0 62 32) 13 23-0
Telefax (0 62 32) 13 23-24
e-Mail redaktion(at)nospamevpfalz.de

Redaktion:
Hartmut Metzger (Chefredakteur), Tel. 13 23-20
Ingelore Dohrenbusch, Tel. 13 23-28
Florian Riesterer, Tel. 13 23-27
Sekretariat: Anke Endres, Tel. 13 23-21

Newsletter

Ab sofort können Sie unseren wöchentlich erscheinenden Infobrief abonnieren. Auf der Seite "Newsletter abonnieren" im Menü Service können Sie Ihre Bestellung übermitteln.