Bibellese

Sonntag, 16. Juli, Psalm 1

Auf der richtigen Seite

Auf welcher Seite stehe ich? Auf der Seite Gottes, der möchte, dass wir gut miteinander auskommen und aufeinander achten? Oder auf der anderen Seite, wo es um den eigenen Vorteil geht, wo ich mir selbst der Nächste bin? Der Psalmist sagt, die Instanz, der du folgst, die wird auch dein ganzes Leben prägen. Es ist eben nicht egal, wie du handelst, sondern deine Entscheidungen prägen dich und deine Umwelt. Kümmert dich nur dein eigener Vorteil, dann wundere dich nicht, wenn du dich dein ganzes Leben nur um dich selbst drehst. So wirst du diese Welt nicht zum Guten verändern können. Wenn du aber Gott mit seinen guten Weisungen folgst, wirst du etwas in dieser Welt zum Guten verändern können. Du wirst wie ein Baum sein, der an der Quelle steht. Ein Baum, der auch anderen Schatten spendet. Jesus sagte einmal: Die Weisungen Gottes lassen sich in einem Satz zusammenfassen: Liebe Gott von ganzem Herzen und deinen Nächsten wie dich selbst. Wenn du dich an diesen Satz hältst, wirst du in deinem Leben, aber auch in deiner Umgebung viel verändern.

Montag, 17. Juli, Philipper 1, 18b–26

Die Kraft des Glaubens

Auch der große Apostel Paulus hatte mal einen Durchhänger. Kann man ihm im Gefängnis auch nicht verdenken. Er wünschte sich, er wäre tot und könnte bereits in der helfenden und heilenden Gegenwart Gottes in seinem ewigen Reich sein und diesen Kampf hier auf Erden endlich hinter sich lassen. Hier zeigt sich wieder das ganz Einmalige der Bibel. Dass hier nicht großartige Glaubenshelden vorgeführt werden, die wir doch nie erreichen werden. Sondern Gott handelt immer durch ganz normale Menschen. Aber Paulus lässt sich nicht hängen, denn er hat eine starke Hilfe für sein Leben: seinen Glauben, sein Vertrauen auf Gott. Er kann sich ganz in die Hand Gottes fallen lassen. Paulus vertraut darauf, dass, wenn Gott noch eine Aufgabe für ihn hat, er ihm dann auch die Kraft dazu geben wird. Paulus vertraut darauf, dass Gott uns zwar schwere Wege nicht immer erspart, aber die Kraft gibt, auch schwere Wegstrecken durchzustehen. Mit der Kraft dieses festen Glaubens ist Paulus bereit, das Evangelium in die Welt hinauszutragen.

Dienstag, 18. Juli, Philipper 1, 27–2, 4

Christ sein im Alltag

Glaube ist kein Zuckerschlecken. Die Christen in Philippi wurden wegen ihres Glaubens angefeindet. Gerade im Alltag war und ist es nicht einfach, den Glauben wirklich zu leben. Wir werden heute zwar nicht mehr verfolgt, aber oft reicht es uns schon, wenn andere sich über unseren Glauben lustig machen. Solche Leute werden nur beeindruckt, wenn wir zeigen, dass uns unser Glaube wirklich die Kraft für unseren Alltag gibt und dass unser Glaube auch unser Handeln bestimmt. Lebt so, dass die anderen über euch staunen. Paulus sagt: Lebt euren Glauben, indem ihr versucht, was sonst in der Welt kaum funktioniert. Dass Menschen an einem Strang ziehen. Dass sie sich gegenseitig achten, auch wenn sie anders sind. Dass keiner den anderen übertrumpfen will, sondern, dass jede und jeder als unendlich wichtiges Geschöpf Gottes gesehen wird. Solch ein Handeln wird sicher für den christlichen Glauben werben, mehr als die schönsten Worte. Das will ich mir wieder hinter die Ohren schreiben und versuchen durch Wort und Tat meinen Glauben zu leben.

Mittwoch, 19. Juli, Philipper 2, 5–11

Vorbild Christus

Paulus will mit diesem Christushymnus sagen: Wenn ihr schon Vorbilder sucht, dann nehmt euch Christus als Vorbild. Nicht weil ihr vollkommen leben sollt wie Christus, das werden wir niemals schaffen. Sondern es geht darum, was wahrer Glaube meint. Wahrer Glaube verliert nicht aus den Augen, dass Gott immer mit seiner Kraft und Stärkung bei uns ist. Christus hatte einen wirklich unverbrüchlichen Glauben, ein starkes Vertrauen. Und so konnte er die Kraft erhalten, Gottes Werk in dieser Welt zu vollbringen. Christus hätte als Sohn Gottes allen Ruhm und alle Ehre haben können. Doch er kam auf unsere Augenhöhe und wurde ein Mensch. Er, der als Sohn Gottes Befehle hätte geben können, hat Gottes Willen vertraut und sich ganz nach ihm ausgerichtet. Diesen Weg ist er bis zum Ende gegangen. Und dieser Weg war eben nicht zum Scheitern verdammt, wie uns die Welt einreden will. Sondern im Gegenteil: Jesus erreichte nur so, von Gott erhöht zu werden. So will ich mir Christus immer wieder zum Vorbild nehmen und der Kraft Gottes vertrauen.

Donnerstag, 20. Juli, Philipper 2, 12–18

Paradox des Glaubens

Paulus beschäftigt sich hier mit einem Paradox des Glaubens. Zum einen sagt uns der Glaube, dass wir bereits durch Christus erlöst sind und ganz sicher den Zugang zu Gottes ewigem Reich haben. Diese Zusage haben wir ganz allein aus Gnade, ohne unser Zutun und können dies nicht mehr verlieren. Zum anderen fordert Paulus uns heute wieder auf, für diese Erlösung etwas zu tun. Durch unser Leben daran mitzuwirken, dass uns das Heil auch zuteilwird. Ja, was gilt denn nun? Bei Gott ist dies keinen Paradox. Es geht hier um die Sichtweise Gottes, dass unser Heil durch Christus bereits geschehen ist. Und es geht um unseren Blickwinkel, der uns sagt, dass unsere Erlösung auch schon in diesem Leben Konsequenzen für uns haben muss. Wenn ich mich für Gottes Gnadenangebot entscheide, dann muss man mir das auch in meinem ganzen Leben anmerken. Dann soll ich durch mein Leben und meine Taten daran mitwirken, das auch andere Menschen zum Heil eingeladen werden. Glauben und Handeln gehören untrennbar zusammen und können nicht voneinander gelöst werden.

Freitag, 21. Juli, Philipper 2, 19–30

Gute Mitarbeiter

Gute Mitarbeiter sind nicht leicht zu finden. Das weiß auch der Apostel Paulus. Er kann Timotheus vertrauen und schickt ihn nach Philippi. Durch die Blume erfahren wir, dass es dort scheinbar einige Mitarbeiter gab, die das Evangelium aus unlauteren Motiven, um eines eigenen Vorteils willen heraus verkündeten. Aber das ist dem Apostel ganz wichtig und er wird nicht müde, es zu sagen: Die Verkündigung des Evangeliums soll um Christi Willen geschehen und nicht zum eigenen Vorteil. Wenn Christus im Mittelpunkt steht, dann haben menschliche Revierkämpfe keinen Platz. Das gilt auch heute in unserer Kirche und ihren Gemeinden. Natürlich geht es in der Kirche auch um Leitungsaufgaben. Aber sicher würde Paulus uns heute fragen: Geht es in der Kirchengemeinde, im Presbyterium, in den Synoden und Kirchenleitungen um den eigenen Vorteil, um die eigene Macht, oder geht es wirklich darum, auch heute noch ­Jesus Christus und seine befreiende Botschaft zu verkündigen? Bei guten Mitarbeitern, wie z.B. Timotheus und Epaphroditus steht Christus im Mittelpunkt.

Samstag, 22. Juli, Philipper 3, 1–11

Es geht um unser Innerstes

Jesus Christus hat uns erlöst, einfach so, ohne Vorbedingung. Das ist für uns Menschen noch nie leicht gewesen zu akzeptieren. Wie oft fällt es uns schwer, ein Geschenk einfach einmal so anzunehmen, ohne das Gefühl zu haben, ich müsste etwas zurückschenken, um nicht in der Schuld des anderen zu stehen. Die Philipper konnten sich kaum vorstellen, dass die Gnade Christi einfach so gilt, ohne Vorleistungen. Bis heute meinen Menschen, Voraussetzungen für die Gnade Gottes erfüllen zu müssen. Früher durch die Beschneidung und Zugehörigkeit zum auserwählten Volk. Heute durch den „wahren“ Glauben oder durch die Zugehörigkeit zur „richtigen“ Kirche etc. Nein, sagt Paulus. Die Gnade Christi bekommen wir ganz umsonst. Was wir daraus machen ist eine andere Sache. Aber schon Jesus ging es nicht um Vorschriften oder um Regeln. Sondern es ging ihm um unser Herz. Gott will unser Herz. Er möchte, dass wir ihm ganz und gar vertrauen. Es geht nicht um Äußerlichkeiten oder Handlungen, sondern es geht um unser Innerstes, um unser Selbst. Gott erlöst uns eben ganz. Heiko Schipper

 

Kontakt

Evangelischer Kirchenbote
Beethovenstraße 4
67346 Speyer

Telefon (0 62 32) 13 23-0
Telefax (0 62 32) 13 23-24
e-Mail redaktion(at)nospamevpfalz.de

Redaktion:
Hartmut Metzger (Chefredakteur), Tel. 13 23-20
Ingelore Dohrenbusch, Tel. 13 23-28
Florian Riesterer, Tel. 13 23-27
Sekretariat: Anke Endres, Tel. 13 23-21

Newsletter

Ab sofort können Sie unseren wöchentlich erscheinenden Infobrief abonnieren. Auf der Seite "Newsletter abonnieren" im Menü Service können Sie Ihre Bestellung übermitteln.